Lobstein, Friedrich - Die christlichen Festtage in zwanzig Betrachtungen - Siebentes Fest. Die Dreieinigkeit. I. Die Liebe des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes.

Matth. 3,13-17.
Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf wohl, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass jetzt also sein; also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er es ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf über ihm. Und Johannes sah den Geist Gottes gleich als eine Taube herab fahren, und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.

Man erwarte hier keine Abhandlung über die Dreieinigkeit. Wir möchten erbauen, und es erbaut nichts weniger als dogmatische Spitzfindigkeiten. Es ist Jedem erlaubt, zu glauben oder nicht zu glauben, dass der lebendige und wahrhaftige Gott der dreimal heilige Gott sei, Vater, Sohn und heiliger Geist. Wer eine bloße Einheit der einen und unteilbaren Dreieinigkeit vorzieht, dem lassen wir seinen Glauben; wir können nicht aus einem Sozinianer einen Orthodoxen, noch aus einem Feind der Dreieinigkeit einen Freund der biblischen Wahrheit machen. Wenn wir dieses Dogma beweisen sollten, würden wir es nicht besser verstehen als diejenigen, welche es nicht verstehen; aber wenn man es aufgeben müsste, weiß ich, dass es uns fehlen würde. Wir werden nicht klügeln, sondern die Dreieinigkeit historisch nehmen, wie sie sich vor uns in der Schrift befindet. Und je mehr man sie so nimmt, desto mehr passt sie sich dem Herzen, dem Verstand und dem Willen an. Man wird dann finden, dass, indem man die Dreieinigkeit vernichtet und sie durch eine einfache philosophische Monade1) ersetzt, man die höchste Wohltat Gottes zerstört, welche das Werk der Erlösung ist. Nimm den Satz von der Dreieinigkeit weg, so ist eine Erlösung nicht mehr möglich; streichst du aber aus unserem Glauben das Werk der Erlösung, was bleibt? Das ganze Glaubensgebäude stürzt zusammen. Die Torheit der Nichtgläubigen, wenn sie sich ihren Gott machen, besteht darin, dass sie von einer Einheit ausgehen, welche nur ein Drittteil ist. Die wahre Einheit ist nur die Dreieinigkeit; von der Dreieinigkeit muss man ausgehen, nicht von ihrem Bruchstück. Wenn wir mehr in Gemeinschaft des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes lebten, würden wir bald nicht mehr zweifeln, dass es einen Vater, Sohn und heiligen Geist gibt, und dass diese drei eins sind. Auch ist der Begriff von einem Gott, der die Liebe ist, unfasslich, wenn nicht eine zweite Person lebte, die dieses Gottes vollkommen würdig wäre, und auf welche er seine Liebe ergießen könnte. Das führt uns schon zu Gott dem Sohne, der die Herrlichkeit des Vaters, das Bild des Eigentums ist. Ferner besteht die Liebe nicht allein in den zwei Personen, die sich lieben, sondern es ist auch das Band, das sie einigt. Mach aus diesem Band ein lebendiges, das sie einigt, und du hast den heiligen Geist. Wie in Gott alles Leben und Liebe ist, warum wäre das Band zwischen Gott und dem Sohne nicht auch ein Leben oder eine lebendige Person, so unbegreiflich es uns auch erscheine. Aber wie gesagt, wir wollen keine religiöse Metaphysik. Wir glauben an die Liebe Gottes, an die Liebe des Sohnes und an die Liebe des heilige Geistes; wir glauben daran und befinden uns wohl dabei. Von dieser dreifachen Liebe möchten wir sprechen. Glücklicherweise gibt es in der Bibel ein geschichtliches Ereignis, wo die Dreieinigkeit persönlich zur Erscheinung kommt; nämlich die Taufe Jesu Christi. In diesem Abschnitt hast du den Vater, denn er gibt Zeugnis von dem Sohne; den Sohn, denn er lässt sich vor deinen Augen taufen; du hast den heiligen Geist, denn er steigt herab in Gestalt einer Taube und seht sich auf den Sohn. Kann man die drei Personen deutlicher sehen, und wird man nach einer solch deutlichen Scheidung, welche man jedoch in der Einheit vorfindet, noch sagen, dass der Sohn und der heilige Geist nur zwei anders aufgefasste Offenbarungen des Vaters seien? Wir wollen keine Furcht vor dem Worte Personen haben; aus Mangel einer besseren Bezeichnung ist dieser Ausdruck von allen noch der beste. Je mehr wir die Dreieinigkeit von ihrer praktischen Seite auffassen, desto weniger werden wir wünschen, ein so geheimnisvolles und doch so tröstliches Dogma zu verwerfen. Wir werden bis zu Tränen gerührt werden, wenn wir die Mühe sehen, die sich der Vater und der Sohn und der heilige Geist gibt, um uns zu finden und den Sieg über unsere Herzen zu gewinnen. Die Schöpfung, die Erlösung, die Heiligung haben denselben Zweck; nämlich uns die über uns geöffneten Augen Gottes zu zeigen und uns dahin zu bringen, zu sagen: Gott, du bist mein Gott! Du hast mich zu dir gezogen, und ich habe mich ziehen lassen; du warst stärker als ich, und hast mich überwunden.

Von der Liebe Gottes, des dreimal Heiligen, möchten wir sprechen, und überlassen uns selbst dieser Liebe in dieser Betrachtung. Welches ist der Charakter der Liebe Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes? Wir wollen unsere Augen auf die Geschichte, welche wir vor uns haben, richten und werden die Antwort erhalten.

1) Die Stimme, welche vom Himmel erschallt im Augenblick, wo Jesus über dem Wasser erscheint; die Stimme, welche sagt: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, ist die Stimme des Vaters; kein anderer als Er spricht mit ihm. Dieses Wort des Vaters lässt uns auch seine ganze Liebe für uns erkennen.

Hier gibt der Vater der Welt seinen eingebornen Sohn, und zieht zu diesem Sohne alle Enden der Erde heran.

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingebornen Sohn gab, auf dass Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Und dieser Gott, der seinen eingebornen Sohn nicht hat verschont, sondern hat ihn für uns Alle dahin gegeben, wie sollte er uns mit Ihm nicht Alles schenken?

Versenke dich in diese Liebe, du wirst keinen Boden finden. Wenn du, der du Vater bist, deinen einzigen Sohn müsstest dahin geben, um ihn anspeien, geißeln, töten und kreuzigen zu lassen, was würde da in deinem Herzen vorgehen? Und besonders wenn die, denen du dieses Opfer darbringst, es am wenigsten verdienen würden: wenn es ein Geschlecht von Übeltätern wäre; Leute, die sich unter einander verderben, welche dich verlassen, welche dich erzürnt, sich von dir abgewendet hätten? Was ein irdischer Vater um keinen Preis tun möchte, das hat der himmlische Vater getan, einzig nur weil er uns liebt und weil sein Mitgefühl für uns größer ist als seine Liebe für seinen Sohn. Aber nicht mit diesem einmal gegebenen Opfer begnügt sich die Liebe des Vaters. Man muss die Mühe sehen, die sich der Vater gibt, um die Seelen zu diesem Sohne zu ziehen, der der einzige Name ist, der erlöst. Das ist ein weiteres Amt des Vaters. Niemand, sagt Jesus, kann zu mir kommen, es ziehe ihn denn der Vater, der mich gesandt hat. Wie zieht der Vater zum Sohne? Folgenderweise. Es gibt eine Gnade bei Gott, die wir die zuvorkommende Gnade nennen.

Diese Wirkungen Gottes um uns und in uns sollen das Bedürfnis nach dem Heiland erwecken. Lebensereignisse, Stimmen des Gewissens, wunderbare Gnadenerweisungen, Elend oder Demütigungen, alles soll Jesu Christo den Boden bereiten, und uns von Seiten des Vaters sagen: Dies ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. Gehet euer Leben durch und die verschiedenen Teile, aus denen es zusammen gesetzt ist. Ist kein Umstand darin, keine entscheidende Stunde, kein deutlich ausgesprochenes Bedürfnis, das nach Jesu verlangt hätte? Ist euch nie ein Zeugnis von Oben überkommen, das euch gesagt hätte: Du bist in der Täuschung über dich selbst; du baust auf falschen Grund; du hast keinen Frieden mit Gott; du bist nicht glücklich? Sieh dein Leben in dem Lichte der Ewigkeit an, du wirst eine Menge solcher Zeugnisse des Vaters darin finden. In unserem Herzen und in unserem Leben hat Gott Alles auf den Sohn hin berechnet; Alles bis zum Augenblick der Bekehrung ist zuvorkommende Gnade. Unglücklicherweise sehen wir nicht mit sehenden Augen, und hören wir nicht mit hörenden Ohren. Die Wächter des Herrn rufen immer und immer wieder: Ihr Tauben hört, ihr Blinden schaut und seht. Der Mensch widersteht und der Vater wartet; er vermehrt die Gelegenheiten, die Zeugnisse der Wahrheit, die Mahnungen an das Gewissen. Welcher Reichtum der Güte, Geduld und Langmütigkeit! Wie viele Aufforderungen, uns an den Jordan zu begeben, wo Jesus uns erwartet! Endlich gibt es unter Tausend eine Seele, welche sich herannaht und kommt. Was wird sie sehen? Noch eine größere Liebe als die vorbereitende.

2) Die Liebe, welche uns Gott in Jesu Christo, unserm Herrn, erzeigt hat: die Liebe in der Erniedrigung, in der Vernichtung des eigenen Willens, in der innigsten Vereinigung mit unserem Nichts. Gott will seinen Sohn dahingeben und der Sohn will sich dahingeben. Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen. Anstatt der Freude, die er hätte haben mögen, entäußerte sich dieser Sohn der Liebe seiner Gottheit und nahm Knechtsgestalt an, und war gleich wie ein anderer Mensch. Er lässt sich taufen wie ein Sünder, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Und von welcher Taufe handelt es sich? Nur von der Wassertaufe? Unser Jesus, den wir sehen, ist gekommen, nicht allein mit Wasser, sondern mit Wasser und Blut. Die Wasser, in die er geht, sind diejenigen, welche ihm bis an die Seele gingen. Folg ihm auf Gethsemane und von da auf Golgatha, wo er versinkt im tiefen Schlamm, da kein Grund ist; wo er im tiefen Wasser ist und die Flut ihn will ersäufen. Und glauben wir ja nicht, dass nach diesen Wassern der Trübsal, nach der Kreuzigung, die vor achtzehn Jahrhunderten stattgefunden, es keine Trübsal, kein Kreuz mehr gebe für den Sohn Gottes. In allen unsern Ängsten wird er geängstet, und alle Tage kreuzigen wir den Sohn Gottes wiederum und halten ihn für Spott. Welcher Mensch ist wie Jesus Christus behandelt worden? Welcher Mensch wird noch täglich behandelt wie er? Was hält man von Jesus in der Welt? Wo zieht man ihn vor, wo zeichnet man ihn aus, wo ist das Kreuz, das man um seines Kreuzes willen trägt? Ist er nicht heute noch der Allerverachtetste, der Letzte der Menschen? Sanftmütig und von Herzen demütig, fährt er dennoch fort, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. An die Widerspenstigsten hängt er sich am meisten. Er lässt die neun und neunzig in der Wüste und folgt über Berg und Tal dem verlornen Schaf. Er wartet, bis es zurückkommt; seine Arme sind immer offen. Geht euer Leben durch in seinen verschiedenen verschiedenen Lagen: Ist kein Umstand darin, keine entscheidende Stunde, kein deutliches und ausgesprochenes Bedürfnis, wo es auch erscheint, als ob Jesus euch selbst sage: Siehe, ich stehe vor der Türe und klopfe an? Ist kein Augenblick da, in welchem das Echo eurer Seele geantwortet hat: Herr, wohin sollte ich gehen, du hast Worte des ewigen Lebens? Aber nicht an euch, die ihr den Herrn vorübergehen ließt, sondern an euch, die ihr den Herrn aufgenommen habt, wende ich mich; an euch, die ihr seine Freundlichkeit geschmeckt habt, und die er von den reichen Gütern seines Hauses nährt. Fühlt ihr euch nicht von allen Seelen am gedemütigsten? Zählet, wie oft euch Hilfe geworden, und andrerseits wie viele Gnaden ihr vergeudet habt. Schauet auf das durchbohrte Herz Jesu und dann auf euer gegen ihn verschlossenes Herz; auf seine Güte, welche alle Morgen neu wird, und dann auf die Rückfälle, welche auch alle Morgen neu werden; steigt nieder in dieses Meer der Liebe vor euch und hierauf in die grundlosen Tiefen in euch. Würdet ihr noch lieben, wenn man euch so vergelten würde? Und dennoch hört die Liebe Christi nimmer auf. Bei ihm ist viel Vergebung, der da gibt einfältig und rückt es Niemand auf. Dieser undankbare Ephraim ist ein teurer Sohn und ein trautes Kind. Dieser Bund, der mit ihm über dem Taufwasser aufgerichtet ist, ist ein ewiger Bund, dass du daran gedenkest und dich schämst und vor Schande nicht mehr deinen Mund auftun dürfest, wenn ich dir Alles vergeben werde, was du getan hast, spricht der Herr, Herr.

Die Liebe des Vaters und des Sohnes ist auch diejenige, welche ausgegossen ist in unsere Herzen durch den heilige Geist. Die ganze Dreieinigkeit begegnet sich in dieser Seele, die sie geschaffen und erlöst hat, und welche sie heiligen will durch und durch, auf dass Alles, was in uns ist, der Geist ganz samt Seele und Leib, müsse behalten werden unsträflich.

3) Diese dritte Liebe ist uns durch die Taube dargestellt, welche auf den Sohn Gottes herabfährt und auf ihm bleibt. Er ist der Tröster, der heilige Geist, welcher herabfährt und auf allen denen bleibt, die in Christo sind. Christus ist hier nur der Vertreter des Sünders. Dies ist die Taube, die sich ehemals auf den Wassern bewegte und deren Bewegungen sich auch den Seelen mitteilt, bis sie bei ihnen bleibt. Der heilige Geist fängt mit Anregungen an und endigt mit der Innewohnung. Das Erstorbenste wird von Oben berührt. Wo diese Berührungen begriffen werden, sind sie Ankündigungen eines neuen Lebens. Folge jenem scheinbar so ruhigen Menschen in sein Kämmerlein, wo er in sich einkehrt; da hört wohl die Ruhe auf. Er wird eine Leere finden, welche die ganze Welt nicht ausfüllen kann. Seine Illusionen schwinden nach einander, seine Freuden vertrocknen wie die Wasserbäche am Mittag. Sein ganzes Wesen ist unruhig und empfindet eine unerklärliche Bewegung. Aber diese Bewegung geht vorüber; noch bleibt die Taube nicht auf ihm. Lass einige Zeit verstreichen, dieselben Bewegungen erscheinen wieder und dringen tiefer ein. Endlich erwacht das Bewusstsein der Sünde, und die Sünde selbst regt sich auf jede Weise. In den Handlungen, in den Worten, in den Wünschen und Gedanken, überall ist Sünde. Diese Ausbrüche des Bösen kommen mit noch verborgenerer, noch allgemeinerer Kraft. Wie ein düsterer Nebel, der über eine Gegend aufsteigt, nimmt die Verderbnis das ganze Reich der Seele ein. Überall dasselbe Gift im Streben des Geistes, in den Neigungen des Herzens, in dem widerspenstigen Willen. Es gibt Arbeit für eine ganze Dreieinigkeit, wenn die Schuppen fallen und der Mensch sich selbst erkennt. Wenn die Wahrheit so mit uns spricht, waffnet man sich gegen sie; man verjagt die Taube, als wäre sie eine Eule; man löckt wider den Stachel; man ergibt sich erst, nachdem man ganz und gar erschöpft ist. Alsdann kommt dieselbe Taube wieder und trägt in ihrem Schnabel ein Ölblatt. So ist Gottes Ordnung: erst das Schwert des heiligen Geistes und eine Flut von Übeln, dann der Friede des heiligen Geistes und der Regenbogen der Gnade, der Gnade unsers Herrn Jesu Christi, der Friede, der über alle Vernunft geht. Der Vater hat zu dem Sohne gezogen, der Sohn hat versöhnt mit dem Vater, und der heilige Geist hat mit dem Vater und dem Sohne in Gemeinschaft gebracht. Nicht sogleich freilich. Der Friede Gottes bewahrt noch nicht Herz und Sinn in Christo Jesu; aber die Liebe des heilige Geistes wacht über dieses Werk, wie der Vogel über seine Brut. Wo der Geist Gottes anfängt, da darf man gewiss sein, dass er auch fortfahre. Aber lasst ihn kommen, seid wachsam, betrübt nicht den heiligen Geist, wenn er mit seiner Zucht kommt. Oder so ihr widerstrebt, so sei es, damit ihr desto besser das Bittere dieses Wiederstrebens fühlt. Es ist deiner Bosheit Schuld, dass du so gestäupt wirst, und deines Ungehorsams, dass du so gestraft wirst. Also musst du inne werden und erfahren, was es für Trauer und Herzeleid bringt, den Herrn, deinen Gott, verlassen und ihn nicht fürchten. In solchen Augenblicken reinigt das Bad der Wiedergeburt von Neuem. Man schreit aus der Tiefe: Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, und gibt mir einen neuen, gewissen Geist; verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Und die Taube bleibt auf diesem Sünder, welcher also schreit. Der Himmel öffnet sich: der Vater, der Sohn und der heilige Geist kommen hernieder in diese Seele und machen sie der göttlichen Natur teilhaftig. Der Hohe und Erhabene, der ewiglich wohnt, des Name heilig ist, verlässt seinen himmlischen Aufenthalt und lässt sich in diesem zerschlagenen Herzen nieder, um es zu trösten. Da ist das Fest der Dreieinigkeit, wo eine Seele sagen kann: Ich bin der Tempel des lebendigen Gottes, und wie Gott spricht: Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Man wandelt in der Liebe des Vaters, in der Liebe des Sohnes und in der Liebe des heilige Geistes. Der Geist verliert sich in dieser Liebe; aber das Herz besitzt sie. Auf diesen Fels gegründet, hat man eine lebendige Hoffnung, die nicht zu Schanden werden lässt; man hat das Unterpfand des neuen Himmels und der neuen Erde, wohin wir gelangen werden, wenn die große Stimme vom Himmel sprechen wird: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.

1)
Vom griech. monás, „Einheit“. Der Ausdruck kommt aus der pythagoreischen Denkschule und wird von Platon verwendet, der ihn auf die Ideen anwendet und damit hinterfragt, was ihre Einheit begründet.